Radioaktiver Gedankenabfall

Die zwei Türme

Was für eine Headline
Schrecklich, wie viel Zeit ins Land gung, in der ich in diesem Blog keinen Eintrag schrob (frei nach Helge Schneider). „Das muss ein Zeichen gut laufender Geschäfte in Zeiten der Wirtschaftskrise sein“, dachte sich das Kleinhirn, während die Großhirnrinde nickend zustimmte.

Es fährt ein Zug
Während diese Gedanken durch die Gehirnwindungen flossen, gab die Deutsche Bahn bekannt, die Fahrpreise für eine gleichbleibend schlechte Leistung anzuheben. Was die Vorstände nicht ahnten: Sie kurbelten damit den Absatz am Kraftfahrzeugmarkt an. Es wird Zeit sich zu wehren und der Bahn den kalten Rücken zu zeigen, gab Manfred Schell, seines Zeichens Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), zu Protokoll und kündigte bundesweite Aktionen an. Denkbar wäre die Entführung des Intercity „Helvetia“ von Berlin nach Basel, verbunden mit der Forderung den Bahn-Vorstand zu entlassen oder die Lokführer an den zusätzlichen Millionengewinnen teilhaben zu lassen. „Wenn die Bahn nach Leistung bezahlt werden würde, wäre der Laden längst pleite“, so der Erfinder dieser Zeilen. Aber wenn man schon ein fast-Monopol inne hat, kann man halt machen was man will. Dass da unweigerlich Parallelen zu den großen Energieversorgern aufkommen, die sich dieser Tage nicht nur ein nukleares Loch in den Bauch freuen, mag da nicht verwundern.

Ich möchte mich übrigens an dieser Stelle als Abonnement und Anzeigenkunde des Wirtschaftsmagazins „brand eins“ von der Beilage des Deutschen Atomforums in Ausgabe 09/2009 distanzieren. Erschreckend und geschmacklos zugleich, mit welchen Motiven dort für die so saubere und absolut ungefährliche Kernengerie geworben wird. Die Atomlobby sollte geschlossen nach Biblis ziehen. Im Neubaugebiet „An der Laufzeitenverlängerung“ sind noch Bauplätze zu haben.

Ich frage mich ohnehin seit Jahren, warum nicht alle Neubauten zwangsversolarstromt werden. Dann würden endlich alle sehen, dass ohne Kernkraftwerke nirgendwo die Lichter ausgehen. Außer bei den dann erheblich an Macht verlierenden Energieriesen. Solange aber ganze Wälder wegen Landebahnen unter Polizeischutz gefällt werden, mache ich mir keine Sorgen, dass in Biblis oder einem anderen Kernkraftwerk der Wahl, doch noch etwas Schlimmes passiert.

Am Ende ist es keiner gewesen, oder es waren die Anderen, oder die anderen Anderen.

Bild des Tages
Habe ich den Eintrag jetzt nur wegen dem Foto geschrieben, oder kam das Foto zufällig zum Eintrag? Eigentlich stammt dieser Eintrag aus der vergangenen Woche, am Wochenende traf ich dann rein zufällig diese beiden „Schornsteine“, die – wenn sie groß sind – eine Windkraftanlage werden. Fotografiert auf dem Heimweg von der Besier-Oehling Hausmesse in Worms.

P.S.: Auf MotorFM laufen gerade die Äzte mit „Junge“ auf Chinesisch. Wie geil ist das denn? ;)

P.P.S.: Der Starfotograf Mario Andreya ist jetzt auch bei Twitter!

Direkt aus Motorcity
Mario

Comments

  1. Erstaunlich das du auch an dieser Baustelle vorbeigekommen bist und draufgehalten hast. Bin in den letzten 2 Wochen mit meinem Truck auch öfter daran vorbeigefahren und habe gedacht “müsste man eigentlich mal fotografieren”.. aber wo parken..auf der A61..mit 40 Tonnen Huckepack..

    Manchmal biste mir aber irgendwie etwas zu grün eingestellt, also politisch.. Dein Lieblingsflughafenbetreiber hat doch schon soviel schöne Hektar Ausgleichsflächen angepflanzt.

  2. @metz: Ich dich doch auch. Manchmal ;)

    @foerster: Zu grün? Bitte? Willst du also ein Kernkraftwerk neben deiner Wohnung haben? ;) Ich mag den Flughafen wirklich gerne, wenn ich dann aber die Ausbauargumente sehe (Arbeitsplätze) kriege ich einen ziemlich dicken Hals, wenn ich dann noch Politiker mit ihren ach so weißen Westen sehe, die im Vorstand von Konzernen wie Fraport sitzen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

    Aber am meisten schwillt mir der Kamm, wenn man sieht, mit welchen Mitteln z.B. ein Ausbau durchgesetzt wird. Wenn ein Polizeiaufgebot demonstrierende Menschen aus ihrem eigenen Wald entfernt. Wut wird da erst begreifbar, wenn man das alles mit bloßen Augen gesehen hat. Dann versteht man mich auch. Wenn du die Trasse der neuen Bahn siehst und weißt wie der Wald dort vorher aussah – das ist Ohnmacht.

    Arbeitsplätze…

    Grüße
    Mario

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