Der längste Eintrag der Welt

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Korrekturzeichen
Einen wunderschönen guten Abend liebe Freunde der gepflegten Unterhaltung. Wir schreiben den sechsten zehnten um einundzwangziguhrsiebenundzwanzig deutscher Zeit. Womit wir schon im zweiten Satz an einer grammatikalischen Hürde angekommen wären. Schreibt man nun “deutscher Zeit”, oder aufgrund einer akuten Rechtschreibverblödung (vielen Dank an dieser Stelle an die Erfindung Internet) doch lieber “Deutscher Zeit”. Da sich bei letzterer Variante die Herkunft der Zeit so sehr in den Vordergrund stellen will kann man diese Variante getrost aussen vor lassen. Mein absolut unsicherer Tipp zum Grammatik-Check: Einfach mal die Mädels und Jungs von Google fragen! Ich könnte das jetzt natürlich noch anders bestimmen – an dieser Stelle schon wieder vielen Dank an den wunderbaren Deutsch-Unterricht an der Berufsoberschule – aber wie euch allen – von eurem eigenem Verhalten bekannt sein dürfte ist der Mensch faul. Faul im Sinne eines Adjektives, was natürlich rein gar nichts mit dem Fussballbegriff “Foul” zu tun hat. Hierbei handelt es sich nämlich um ein Nomen. Was geht denn heute mit dem lieben, netten, total charmanten Mario, fragt sich der ein oder andere Leser jetzt sicher. “Ist da irgendwas faul?”, nein ich kann euch trösten – bei mir ist soweit alles bestens – soweit. Mal ganz davon abgesehen, dass mir im Monat ca. 500 Euronen in der Portokasse fehlen, da die Sache mit dem Nebenjob ja mehr oder weniger in die Hose gegangen ist. Desweiteren ist es auch überhaupt rein gar nicht schlimm, dass wir am Freitag – verdammt nochmal am Freitag – meinem Geburtstag – die allererste Mathearbeit schreiben (und das sagt euch ein echter Mathefan von der allerersten Stunde an *höhö*). Und nicht zu vergessen meinen total tollen, superrobusten und durch nichts kleinzukriegenden Fotoapparat, der sich am Sonntag auch noch bei mir verabschiedete. Kann es noch schlimmer kommen? Ja! Aber zum Glück ist mir das bis heute erspart geblieben.

Alkoholische Mixgetränke
Mitlerweile ist es einundzwanziguhrvierundvierzig, ich sitze an meinem relativ gut aufgeräumten und geordneten Schreibtisch und erfreue mich meines Lebens. Links von mir befindet sich meine neue Versichertenkarte der Krankenkasse und davor steht ein Whiskytumbler mit einer weisslichen Flüssigkeit darin. 2cl Vodka (cl = centiliter für alle Realschuler *hrhr* – ich bewege mich gerade auf hauchdünnem Eis), 4cl Kahlua (ich nehm’ immer Bailys – merke da jetzt nicht so den Unterschied – Eddi von der total.rödelheim Bar würde mir glaube ich für diesen Kommentar Hausverbot erteilen *g*) und anschliessend wird das Ganze mit flüssiger Sahne oder Milch mit ungefähr 22% Fettgehalt aufgefüllt. Et voila (nein isch kann kain Fransosisch) da steht er – der White Russian in Perfektion *hüstel*.

Bedenken
An dieser Stelle muss ich mich mal wieder etwas zügeln. Ich schreibe schon wieder die abartigsten Sätze die man nur schreiben kann. Rechtschreibung inbegriffen, aber Grammatik mal komplett aussen vor gelassen. Kann man sowas überhaupt flüssig lesen, oder müsst ihr bei den ganzen Klammern immer nochmal von vorne anfangen und dann einfach die Klammern wegdenken, damit man den Satz vom inhaltlichen Zusammenhang überhaupt versteht? Ich habe da nämlich so meine Zweifel. Aber ich muss den Kram hier ja am Ende auch nicht lesen *harharhar*.

Nebenjob – die ganze Wahrheit
So – ne’ Runde gefreut und jetzt geht es direkt mit der Aufklärung und Nachbereitung der kompletten Nebenjobtragödie weiter. Alles fing während meines Zivildienstes an. Da hab ich mir schon überlegt, dass ein Nebenjob in der Gastronomie bestimmt ne’ Menge Spass machen würde. Gerade mir, habe ich doch als Zwölfjähriger auf allen möglichen Festen immer Bier für andere Leute gezapft was das Zeug hielt. Also einfach mal ganz unverbindlich per eMail beim euch mitlerweile aus Erzählungen bekannten Rind angefragt. Ja man kann immer Leute für Veranstaltungen gebrauchen – im Tresen in der Gastronomie (sprich im Café hat man derzeit allerdings genug Personal. Das Ganze ist nun über ein Jahr her und vor knapp einem Monat habe ich persönlich beim Chef des Rinds angefragt ob man Personal gebrauchen könnte. “Klar komm am Dienstag um 19 Uhr dann wirst du von Person X. eingearbeitet”. Easy – saulocker wie das ablief. Dienstag um kurz für 19 Uhr angetanzt und erstmal zugehört was Person X. so zu erklären hatte. Abgesehen davon, dass die besagte Person überhaupt nicht bescheid wusste, dass an diesem Tag neues Personal eingearbeitet wird ging alles relativ locker über die Bühne. Als es etwas voller wurde fing ich an die ganzen Bestellungen in meinem Kopf zu ordnen – hat noch nicht ganz zu gut geklappt. Ein Herr musste dann halt mal 2 Minuten länger auf sein Pils warten. Ich sagte im Verlaufe dieser Stressphase zu Person X. sinngemäss etwas wie “Im moment ist das noch etwas chaotisch”, worauf sie mir mit einem “Nach zwei- dreimal Arbeiten hast du das raus” zu verstehen gab, dass alles im grünen Bereich ist.

Soweit so gut. Der Abend war für uns alle um 02:30 Uhr beendet – das Rind wurde abgeschlossen und ich ging erschöpft (ist klar wenn man um 06:20 Uhr aufsteht) und zufrieden nach Hause. Das fand alles am 14.09.2004 statt. Am 25.09.2004 war dann die Terminvergabe für den Oktober, wo ich auch anwesend sein sollte. Ging schon um 13 Uhr los, weshalb ich die letzte Stunde Mathe sausen hab lassen (Samstag Schule eben). Alles wunderbar – zehn Arbeitstermine im Oktober – den ersten am 01.10. in Frankfurt auf einem Marathon wo das Rind mit Ständen vertreten war. Der Chef des Rinds wollte sich dort ein Bild von den Neuen beim Arbeiten machen. Zuvor musste ich am Sonntag morgen ins Rind um Mitarbeiterin Y. zuzuschauen wie man Frühstück macht. Am 30.09. klingt mein Handy: Der Chef ist dran und hat eine Botschaft für mich. Ich wäre für das Rind nicht geeignet, weil ich zu langsam bin und mir ausserdem alle zehn Minuten die Hände waschen würde. Fürs Paprika schneiden hätte ich zehn Minuten benötigt. Ich wusste natürlich überhaupt nicht was das soll. a) habe ich mir während der 7-stündigen Arbeit vielleicht 5x die Hände gewaschen, was ich als selbstverständlich betrachte, wenn man Aschenbecher gesäubert hat oder auf der Toilette war. Oder fändet ihr es toll wenn man direkt danach eure Kekse für den Milchkaffee anfasst oder Bier zapft? Zum anderen habe ich für die Paprika vielleicht zwei Minuten gebraucht. Mal ganz abgesehen davon, dass ich sowieso zu keinem Zeitpunkt Küchendienst hätte. Der Chef könne’ da halt nichts machen, weil er mich noch nicht bei der Arbeit gesehen hat (deshalb ja der Event am 01.10.), aber er müsse davon ausgehen dass die Aussagen seiner Mitarbeiter stimmen und am Ende müssen die ja mit mir arbeiten.

Aufkommende Fragen:
· Wieso sagt man mir erst 16 Tage nach meiner Einarbeitung bescheid?
· Wieso wird ein Kommentar von Mitarbeiterin Z. gewertet, obwohl mich diese nicht einmal bei der Arbeit gesehen hat?
· Wieso sagen die Personen X. und Y. während der Einarbeitung nicht, was man falsch macht, oder was ihnen nicht passt?

Fazit:
Es liegt nicht an irgendwelchen Schmutzphobien oder überlastung – mir kommt es eher so vor, als ob die besagten Personen einfach nur keinen Bock darauf haben mit mir zu arbeiten. Nun gut – das haben sie jetzt erreicht. Natürlich ist da noch die Sache mit den Partyfotos im Rind und dem Verkauf der Prinzhessin T-Shirts in der Waschbar. Herr Andel (der Strippenzieher) fände es natürlich toll, wenn das weiterhin so laufen kann wie bisher – würde aber verstehen wenn ich darauf keine Lust mehr habe. Letzteres ist der Fall. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen wie Menschen so bescheuert sein können. Da wird man nett empfangen etc. pp – alle sind freundlich und man kommt gut miteinander klar und hintenrum wird dann einfach nur richtig dick scheisse gelabert. Habt ihr keinen Mumm es mir ins Gesicht zu sagen oder was ist euer Problem?

Stillstand
Das meine Kamera defekt ist habe ich im ellenlangen Intro schon erwähnt. Um diesen Eintrag nicht noch länger zu machen als er es sowieso schon ist gibts hier einfach mein Schreiben an Canon, was ich meiner Kamera beigelegt habe. Wenn ihr das gelesen habt wisst ihr eigentlich schon alles.

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Mitarbeiter Herrn Roesch (Referenznummer: 1256128) meine Canon EOS 300D (Seriennummer: 0570006906).

Folgender Fehler trat auf:
Beim Auslösen war plötzlich nur noch ein schwärzlich gefärbtes Sucherblickfeld zu sehen. In genau diesem Moment blinkte die Akkuladungsanzeige (Akku leer) und der Verschluss blieb in dieser Position stehen (Sucherfeld schwärzlich gefärbt). Nachdem ich nun den leeren Akku gegen einen “frischen” ausgetauscht hatte, tats sich weiterhin nichts. Um den Verschluss wieder in die korrekte Lage zu bekommen, wählte ich als Workaround den Menüpunkt “Sensorreinigung” im Kameramenü. Dabei wurde am Spiegel oder den Lamellen selbst nichts gemacht. Das Objektiv war dabei die ganze Zeit an der Kamera. Nun funktionierte wieder alles wunderbar.

Spät am Abend wollte ich noch ein paar Nachtaufnahmen machen. Beim Versuch auszulösen sah ich wieder nur ein schwärzlich gefärbtes Sucherfeld. Die Kamera speicherte die Fotos weiterhin – allerdings waren diese komplett schwarz.

Am Montag den 04.10.04 besuchte ich ihren Servicepartner “Foto-Service-Team” in Dreieich. Dort wurde ich mit dem Kommentar “unsachgemässe Behandlung’ abgewimmelt. Ich soll schlichtweg den Auslöser bei der Sensorreinigung zu früh losgelassen haben. Abgesehen davon, dass gar keine Sensorreinigung stattgefunden hat. Nachdem ich den älteren Herren mit Brille darauf hinweisen wollte, dass bei der 300D der Spiegel nach auswählen des Menüpunktes “Sensorreinigung” erst herunterklappt, wenn die Kamera ausgeschaltet wird, kam von diesem Herren nur ein “jaja ich weiss”. Das Gespräch war damit beendet.

Ihr Mitarbeiter Herr Roesch konnte den Kommentar vom Foto-Service-Team-Mitarbeiter überhaupt nicht verstehen. Ich würde mich freuen bei Ihnen besser behandelt zu werden und erbitte an dieser Stelle eine Reparatur auf Kulanz.

Ich hoffe mal das alles klappt und ich keine 270 Euronen zahlen muss. Ersatzweise hat mir Carsten seine alte Canon EOS D60 angeboten, die ich mir gestern abgeholt habe. Vielen Dank an Carsten für diesen Wahnsinnsservice. Zwei Objektive hat er mir auch noch dazugelegt, da mein EF-S 18-55mm ja leider nicht an die D60 passt. Erste Tests bescheinigen der D60 einen saumässig langsamen Autofokus gepaart mit einer gehörigen Dosis “kann nicht fokussieren”. Morgen wird das “Notequipment” erstmals ausgeführt. Die Nachtwandler drehen nämlich ein Musikvideo und ich bin für die Dokumentation zuständig. Wird bestimmt jiggy!

Bild des Tages
Ihr wisst was alles auf meinem Schreibtisch rumliegt und rumsteht – hier seht ihr es auch noch. Nur ist der White Russian mitlerweile leer – so ein Pech aber auch ;).

Gute Nacht!
Mario

Comments

  1. Lass den Kopf nicht hängen wegen dem Nebenjob.
    Es gibt Menschen, denen liegt die Gastronomie, anderen liegt sie nicht und vielleicht war es einfach nur der falsche Laden. Gibt doch noch mehr Kneipen…

  2. Ich vermute ‘mal, Du warst dem Laden nicht “hip” genug; was auch immer das Wort in diesem Fall bedeuten mag. Du wirst noch feststellen, daß der Spaß an der Arbeit nicht vom “Ort” abhängt, wo du arbeitest sondern von den Personen mit denen du arbeitest! Und es sollte schon ein wenig Spaß machen, oder? ;-)))
    Ich würde es ‘mal im “Che” (ehem. Olive) probieren, wenn die jemanden brauchen. Vielleicht ist der Laden (noch) nicht “hip”, aber vielleicht sind es die Leute!?! Oder “Scuba”, aber dort wird es ähnlich wie im Rind sein, denke ich.

    Trotzdem, viel Glück

    Gruß

  3. Willkommen in der Arbeitswelt, mein Lieber!

    Denke immer an die weisen Worte des alten Mannes: “Nichts ist schlimmer, als der nächste Job.”

    Es grüsst Dich brav,

    der alte Mann

  4. Hallo Mario,

    mit grosser Interesse verschlung ich Deinen letzten Artikel. Besonders die Stelle mit der Aufklärung der “NICHT”Geeignet sein für diesen Job ist sehr zum Schmunzeln.

    Hee ich hab da schon ganz andere Dinge erlebt.

    Trotzdem lieb ich das Rind und lass mir es durch andere nihct vermiessen. Auch Du solltest weiterhin positiv mit dem Haus Rind umgehen. Manche Leute ignorieren, die wissen es nicht zu schätzen was manche tun.

    Das alte Spiel………. Du bist ein grosser!

  5. Hallo Geburtstagskind!!

    Erstmal auf diesem wege alles alles liebe zum Geburtstag von deinen zwei Mädels!!!!!

    über die Sache im Rind haben wir uns ja schon in der Caffebar ausgelassen und können dem Metz eigentlich nur zustimmen. Denk doch mal dran wieviel spass wir immer im Rind hatten… willst du dir das von 2 dummen Hühnern kaputt machen lassen.. wir glauben nicht!!!

    Lieben Gruß

    Bis heut Abend

  6. Hallo Mario,

    erst mal alles Gute nachträglich zum Geburtstag, Du alte Waage! ;-)

    Hoffentlich hast Du gut gefeiert.

    Laß Dich wegen des Jobs nicht runter ziehen. So (hinten rum labern) läuft es nicht nur bei Nebenjobs…

    Schau einfach weiter und laß Dich nicht entmutigen!

    Liebe Grüße,

    Nimue

  7. Guuuude Mario… ich wünsche dir alles alles Gute nachträglich zum Geburtstag…
    auch wenn ich nicht wirklich mehr in deinem Leben ein Platz hab, Interessiert es mich trotzdem noch was du machst und surfe deshalb regelmäßig auf deiner Seite vorbei!

    Also halt die Ohrensteif… am Ende dreht wendet sich bei dir immer alles zum Positiven

    Joe

  8. @all: Danke für die Glückwünsche!
    Und wegen dem Rind: Ich werde wohl sporadisch weiter Fotos machen – ob ich die dann auch ans Rind gebe ist aber noch offen. Eigentlich ist es ja Kinderkacke einen auf eingeschnappt zu machen nur, weil ein paar Idioten dieser “Kulturmafia” meinen sie müssten hinterfotzig sein wie 15-jährige Mädels. Ich mach ja nebenbei auch noch Fotos fürs M55 – Abnehmer sind also da.

    Gruss Mario

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