Vorgeschrieben

saschaf.jpg

Raumzeit
Wir schreiben heute den dritten Mai zweitausendundfünf, Sternzeit unbekannt. Ich befinde mich mit meinen vier Buchstaben in Raum A019 der berufsbildenen Schule in Mainz und frage mich, was ich hier überhaupt noch mache. Vorigen Dienstag wurde von unserer Deutschlehrerin eine Klausur angekündigt, zu deren Thema “Interpretation einer Glosse”, wir uns bis dahin noch keine Gedanken gemacht haben. In der Deutschstunde am besagten Tag wurde dieses Thema also durchgekaut, ohne das am Ende der Stunde auch nur einer wusste wie wir die Klausur nun angehen sollen. Dann gab es am Donnerstag noch einmal die Chance sich mit dem Thema anzufreunden. Das Thema der Klausur wurde in Form einer Hausaufgabe zur Verinnerlichung der Glosseninterpretation, aus Zeitmangel, auf Zeiten ausserhalb des Unterrichts verlegt. Wer in dieser kurzen Zeit nicht verstanden hat, an welche Regeln, Ausdrücke, etc. man sich bei einer solchen Aufgabenstellung halten muss, hat schlichtweg verloren. Bis ich das Aufgabenblatt vor mir liegen hatte war ich jedenfalls noch ziemlich zuversichtlich, habe ich doch angeblich, wir mir schon des Öfteren von falschrum Leserinnen und Lesern bescheinigt wurde, ein gewisses Talent beim Verfassen von Texten, was mir natürlich auch im Deutschunterricht zugute kommt.

Taktische überlegungen
Da ich aber noch hundemüde bin, was der schulcaféterianische Selfmade-Milchkaffee für 55 Cent leider auch nicht zu ändern vermag und mir absolut keine persönliche Interpretation zum Klausurtext aus der taz (tolle Zeitung übrigens – sollte ich öfters mal lesen) mit dem Titel “Tote Augen – der kalte Krieg der Sonnenbrillen” einfällt, sitze ich nun in der Schule und verfasse diesen Text für alle meine Fans *höhö*. Ausnahmsweise zuerst handschriftlich, was ich später (also quasi jetzt am Abend *g*) abtippen werde. Hach ich bin ja so nett ;). Mittlerweile ist der schicke, braune Kunststoffkaffeebecher leer und ich beginne langsam aber sicher ein wenig fit zu werden – dem Koffein (diese Teufelsdroge) sei Dank. Sollte im Laufe der vier Klausurstunden noch eine göttliche Eingebung auf mich herabschweben, habe ich glücklicherweise noch genügend Zeit diese zur Erzielung einer besseren Note zu nutzen.

Vorurteilsfindung
Wobei wir beim nächsten Thema wären – Noten bringen mich zur Musik. Vorletzten Montag ging es übrigens wie im Rahmenprogramm angekündigt, zusammen mit Sascha und Marcell (Udo fiel leider aufgrund seines fortgeschrittenen Alters aus *hehe*) in nordhessische Randgebiete. Lauterbach, Alsfeld, Bad Hersfeld um nur einige Namen zu nennen. Treffpunkt war um sechs Uhr morgens in der geheimnisvollen “Autostrasse” in Frankfurts wildem Osten. Anschliessend begaben wir uns auf einer einstündigen Autofahrt auf ausgetretene Pfade abseits jeglicher Zivilisation. Nun gut – Spass beiseite. Zivilisiert ist man da oben schon, allerdings könnte ich mir, als Citizen vom 60.000 Einwohner zählenden Motorcity, ganz und gar nicht vorstellen in einem Dorf zwischen Edeka, Kerweborsch und freiwilliger Feuerwehr zu leben. Wer da mal gross sein möchte, muss aufgrund des Vereinslebens (und das auch nur, weil es auf den Käffern ja sonst nix gross gibt) schon einiges an Alkohol wegstecken. Autotuning und ein grottiger Musikgeschmack machen die Eingliederung in die Dorfidylle natürlich noch leichter. Typisch Dorf – und wenn da einer Arbeitslos wird – gute Nacht! In einer strukturschwachen Region sicherlich nicht gerade einfach zu handhaben. Demzufolge habe ich für mich erkannt, wie gut wir es im Rhein-Main-Gebiet doch haben. Zwar nervt der viele Verkehr und die ganzen Flugzeuge manchmal gewaltig, aber das nimmt man doch gerne in Kauf, wenn man in einer Wirtschaftsregion lebt. Und tolle Gastronomie, Clubs und Erholungsgebiete gibt es auch in überzahl. Willkommen in good Old Hessen!

17 Stunden Wahnsinn
Die schnellste Tour von Hessen mit Glashaus war jedenfalls eine nette, aber auch sehr anstrengende Erfahrung. Siebeneinhalb Stunden verbrachten wir an reiner Fahrzeit um Auto. Noch mal hinzu kam die Zeit der Auftritte von Glashaus. Um 23 Uhr lag ich um einige Erfahrungen reicher erschöpft in meinem Bett. Kurzkonzerte mit einem Set von drei Liedern vor einem 12-70-jährigen Publikum, durchaus begeisterungsfähigen und dankbarem Publikum. Vor Jugendclubs, auf Marktplätzen und zwielichtigen, viertklassigen Spielhallen war alles dabei. 8x “Glashaus Groove”, (ich werde dieses Lied auf dem kommenden Glashaus Album “Drei” immer skippen müssen – habe seitdem ein Ohrwurm Trauma *hrhr*) 8x “Haltet die Welt an” und mindestens 3x “Wenn das Liebe ist” liefen bei den Konzerten. War jedenfalls sehr nett mit den Menschen von Glashaus und vom You FM Team. Zum Ausklang der Tour haben wir im Newscafé in Bad Hersfeld noch einen Sekt auf Kosten aller GEZ-Zahler getrunken. So läuft das bei den öffentlich-rechtlichen also! Die Fotos von der ganzen To(u)rtour gibt es die Tage auf 3p-supporter.de – einfach mal reinklicken.

Mai-Tai
Am Samstag war’s dann auch mal wieder soweit – eine Party in meinem Lieblings”club” dem Rind. Tanz in den Mai war angesagt. Unmengen von Menschen in und vor dem Rind, ein paar Bier und zwei Äppler verwandelten Mario A. einmal mehr in eine Laberbacke, die sich gut und gerne in jedes zuvor belauschte Gespräch einmischte. Sehr lustig das alles! Die Stimmung war bis kurz vor unserem Verlassen der Party durchweg super – einzig und alleine eine hohle und absolut unnötige dumme Anmache eines Türstehers gegen mich versaute das Ende dann ein wenig. Wenn man vor einem Etablissement wie dem Rind schon einen Security mimt, dann bitte recht freundlich und nicht gleich auf Konfrontationskurs mit dummen Kommentaren und hohlen Drohungen. Die Jungs stehen ja nicht zur Förderung von Gewalt, sondern vielmehr zur Prävention und Bekämpfung eben dieser an der Türe. Wenn da schon eine hohle Drohung als Einwurf kommt, weil man die Jungs fotografieren möchte, dann weiss ich ja auch nicht mehr so recht wo es denn hängt. Stressiger Job hin oder her – bitte immer recht freundlich. Danke!

Meinen Spass hatte ich trotzdem – hier geht es zu den Beweismitteln in fotografischer Form – viel Spass!

Fotos vom Tanz in den Mai im Rind (drei Seiten)

Mittlerweile sitze ich in Physik und habe gleich Schule aus. Der Eintrag ist auf dem Papier fertig und ganz nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass ich auch meine Interpretation in Deutsch noch hinbekommen habe.

Bild des Tages
Kurz und schmerzlos: Mein Mann Sascha F. der alte Mafagga! Viele Grüsse und vielen Dank für die ganze Fahrerei!

Viele Grüsse aus Motorcity
Mario

Comments

  1. Ich habe zu Danken dass ich das alles so erleben durfte!
    Hau rein, Mafagga!

    Sashman
    PS.: Ich mag das Foto sehr – gangsta! :o)

  2. Braucht wohl nen ppc, bei dell gibt es gute Angebote. 15 Euro im Monat für 3 Jahre. Oder 450 Euro dem UPS-Mann gleich auf die Kralle drücken.

    Ist ne überlegung wert :)

  3. Klingt doch alles echt gut!
    sascha: suuuuper foto! wie würde herr a. jetzt sagen? “jiggy” ;o)!
    aber mario: was heisst denn “Kerweborsch”????????

    lg,
    das ehemalige landei

  4. Mario ich hasse deine besch…eidenen Vorurteile über Dörfer! So ein Quatsch den du da erzählst….!
    ich weiß das diskutieren zwecklos ist, wollte es aber nochma loswerden, da es mich total nervt!!

    so, genug Kritik für heut!

    julia

  5. @wulars: Hab ich was verpasst?

    @annika: Kerweborsch = Die Organisatoren von Volksfesten und / oder Märkten. In unseren Breiten “Kerb” oder auch “Markt” genannt. Woanders “Kirmes” oder “Rummel” oder was weiss ich. ;)

    @julia: Du widerlegst meine Theorie nicht – du bestätigst sie nur ;).

    @t-chill: Si!

    @jerk: Ich dachte hier spammt schon wieder ein Robot rum, daher hab ich den Kommentar gelöscht. Wenn man sich jerk.com so anschaut kein Wunder. Don’t worry!

    Grüsse aus Motorcity
    Mario

  6. Was issn mit der e-mail addy von M.?
    Und ja, nach Jahren werde ich älter, doch fühl ich jung.
    Fidel – Geheimnisträger

  7. @fidel: Jerk ist bestimmt nicht M., sondern vielmehr der Herr, welcher mich auf der Tanz in den Mai Fete mit seinem Fotoapparat beschossen hat.

    @jerk: If the information above is correct: Please send me an email to ma@falschrum.de with the picture – would be very nice!

    Regards
    Mario A.

  8. That`s gangsta!

    Erster!
    Just

    PS:Janina aus den Pics vom letzten Eintrag kann doch bestimmt singen und sollte unbedingt an einen Musikproduzenten vermittelt werden.

  9. Ei, wenn du tippst das du das nochmal abtippen musstest brauchst du nen ppc. Und dell hat welche mit guter weil Hartz 4 freundlicher Finanzierungsmöglicheit

  10. @justus: Die Dame hört Techno, Schranz und so – und aufgrund ihrer Stimme glaube ich auch nicht daran, dass sie gut singen kann (wow ein Reim).

    @lars: Finanzierung? Was ich nicht hab’ kann ich nicht ausgeben…

    Grüsse
    Mario

  11. Es sei dir verziehen, dass du auf so rüpelhafte Art und Weise versuchst, Politik und Privates an einem so schönen Abend miteinander zu vereinen. Aber mein ständiger “Anhang” hat auch einen Namen!! Auch Klatsch-Fotografen müssen wissen wen sie aufnehmen…

    Trotzdem viele Grüße

  12. Es sei dir verziehen, dass du auf so rüpelhafte Art und Weise versuchst, Politik und Privates an einem so schönen Abend miteinander zu vereinen. Aber mein ständiger “Anhang” hat auch einen Namen!! Auch Klatsch-Fotografen müssen wissen wen sie aufnehmen…

    Trotzdem viele Grü߸e

  13. @maren: Sehr geehrte Tochter unseres noch-OBs,

    ich erbitte – trotz meiner oftmals rüpelhaften Art, in der ich Politik und Privates auf ironische Art und Weise, versuche zu mischen – den Namen Ihres “Anhangs”. Sollten Sie Ihn mir nennen wollen, so wird er bei allen zukünftigen “Klatsch & Tratsch” Fotos, im Rahmen meiner Berichtserstattung auf falschrum.de veröffentlicht.

    Viele Grüsse vom offiziellen Bürgermeister von falschrum.de ;)
    Mario

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.