Fataler Fehler

mosespelham-falschrum.jpg

Fehleinschätzung
Das kommt nun davon, wenn man zuviel Kaffee getrunken hat. Normalerweise trinke ich nicht so viel von der braunen Brühe aus besten Arabica Bohnen, aber irgendwie überkam mich heute Abend der legendäre es-wird-immer-früher-dunkel-und-kälter-draussen-aber-drinnen-ists-warm-Gemütlichkeitsflash. Und so brühte ich mir, mit dem tollen Siemens Non-Kaffeevollautomat eine Kanne der Deluxe-Bohnenmischung aus der kolumbianischen Hochebene. Zwei Tassen davon getrunken – das war gegen 20 Uhr. Jetzt sitze ich hier an meinem Computer, den ich vor zwanzig Minuten schon heruntergefahren hatte, um schlafen zu gehen. Im Bett überkam mich schlagartig diese innere Unruhe, die man numal hat, wenn man zuviel Kaffee intus hat. Super! Was macht man nun mit der unerwünschten Nachtaktivität? Schliesslich bin ich hier nicht auf Nachtschicht. Harald Juhnke hätte – sollte er noch leben – sicherlich ein Geheimmittel um Müde zu werden. Bier macht müde – essen auch, wobei ersteres unter Umständen süchtig machen kann, während letzteres lebensnotwenig ist und ja irgendwie demnach auch eine Art “Sucht” darstellt. Die Sucht zu überleben. Das ist doch mal eine Headline! Ich muss mir vor Begeisterung an den Kopf fassen. *höhö*

Da ich aber weder Harald J. heiße, noch Heißhunger auf ein Wiener Schnitzel mit Pommes oder sonstiges habe, werde ich mich wohl irgendwie anders beschäftigen müssen, bis ich ins Land der Träume entschlummere. Dort weilt Marina übrigens schon. Sie liegt im Bett und schläft schon seit zwei Stunden und wundert sich, wenn sie sich mal wieder im Schlaf umdreht, wo die Person ist, die sonst den Platz im Bett neben ihr einnimmt :). Aber nun genug vom Thema schlafen – sonst werdet ihr mir auch noch müde und das will ja keiner.

Vorstellig geworden
Ich hatte heute (nach Mario A. Zeitrechnung*) das passende Vorstellungsgespräch zu der beschriebenen Bewerbung aus dem Tagebucheintrag “Bewerbertagebuch“. Terminierte Uhrzeit war 16 Uhr. Ort der Vorstelligkeit eine namhafte Agentur im Frankfurter Westend. Aufgrund der Verkehrlage zwischen Motorcity und Frankfurt entschloss ich mich bereits am vergangenen Freitag eine Probefahrt zu unternehmen. Nachdem ich bereits unbemerkt an meinem Ziel vorbeigefahren bin und blindlings 30 Minuten durch die Gegend um den Palmengarten irrte, habe ich mein Ziel doch noch gefunden. Nach sage und schreibe 1:10 Minuten war ich mit meinem breezeblauen Geschoss angekommen. Die Rückfahrt lenkte mich aufgrund eines Staus auf der A3 über den Airportring und über die Landstrasse 486 (so hieß mein erster Computer) Richtung Heimat. Zwischendurch noch an der Startbahn West am Flugi gestoppt, wo ich das parkierte Kfz des Charliebravo auffand. Heute klappte es dagegen wie am Schnürchen. Das Kennenlerngespräch war sehr nett, ich habe viel zu viel geredet und hoffe dennoch einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Ich berichte euch wie es weitergeht.

Staatsgewal(d)t
Was da am Flughafen so abgeht ist übrigens ein echtes Unding Unternehmerischer und Wirtschaftlicher Interessen. Direkt am Airportring, nach Ausfahrt aus dem Tunnel, welcher unter der Startbahn hindurchführt, sieht man riesige Freiflächen. Hier standen vor knapp 3 Wochen noch Bäume. Ein ganzer Wald – besser als “Bannwald” bekannt – wurde gefällt. 21 Hektar! Auftraggeber: Fraport, Kunde: Lufthansa. An Stelle des Waldes wird in Kürze, die laut Lufthansa notwenig gewordene Werft zur Wartung des Airbus A380, entstehen. Ab 2006 soll der A380 bei den großen Airlines in Dienst gestellt werden. Die Lufthansa hat erstmal 15 Exemplare von dem Doppeldecker bestellt. Soweit so gut. Der Wald ist weg und die Welt der Kapitalisten und Raffzähne hat gesiegt. Ohne Dividende geht eben nix in einer AG. Und in Jahren in denen keine Steigerung oberhalb von 5% drin ist sind Negativjahre.

Ich bin jedenfalls zum Rodungsgebiet gefahren, habe mein Auto laut Straßenverkehrsordnung auf dem Standstreifen einer Landstrasse, direkt hinter einem Mannschaftsbus der Polizei abgestellt und begab mich, am streng bewachten Zaun entlang, in Richtung GAT (General Aviation Terminal).

Interview in grün
Nach knapp 300 Metern taucht die erste Gruppe gelangweilter Polizeibeamter auf und startet ein Interview.

Was ich hier machen würde, ob ich aufgrund der umgehängten Kamera von der Presse bin.
Ja bin ich. Können wir mal ihren Presseausweis sehen.
Eigentlich nicht, denn ich befinde mich hier auf öffentlichem Grund.
Ja das wissen wir, aber wo kommen sie denn her?
Tja! Aus meinem Auto, was ich hinter ihrem Fahrzeug geparkt habe.
Achso aha aha – wir haben uns schon gewundert, weil sie auf einmal da hinten aufgetaucht sind.
Können wir trotzdem mal ihren Presseausweis haben?
Aha aha! (Beamter guckt minutenlang auf den Ausweis, als hätte er noch nie einen Presseausweis von der Verdi gesehen)
Wer ist denn ihr Auftraggeber?
Ich habe keinen – bin freier Fotograf (mal davon abgesehen, dass es die Jungs einen feuchten Kehricht angeht für wen ich arbeite).
Ja vielen Dank – sie können weitergehen.

Nach weiteren 4 Minuten Fußmarsch die nächste Gruppe grüner Nervtöter.
Sind sie von der Presse?
Nein – die Kamera ist nur eine Attrappe – in Wirklichkeit ist sie eine mobile Flarak russischer Bauart. Das habe ich natürlich nicht gesagt :).
Ja!
Ich möchte sie bitten keine Fotos von Beamten oder Fraport Sicherheitspersonal (Menschen die für ein paar Euro den ganzen Tag auf Baumstümpfen rumsitzen oder in der prallen Sonne stehen) zu machen.
Ja das ist mir schon klar – Gesichter sind tabu, aber Gruppenaufnahmen von hinten sind ok.
Gut dann ist das für uns in Ordnung.

Die Gruppe verzog sich ein paar Meter weiter und ich wechselte das Objektiv, um ein paar Aufnahmen von weiter entfernten Objekten zu machen.

Wir müssen sie noch mal stören. Mit dieser Technik sind sie fähig Portraitaufnahmen von Sicherheitspersonal zu machen.
(Achwas seid ihr schlau, wieso sollte ich solch unschöne Gesichter per Porträt abbilden wollen?)
Das ist mir klar. Allerdings habe ich dies nicht vor.
Können sie mir bitte einmal ihre bisherigen Fotos zeigen.
Eigentlich nicht, ich kann ja fotografieren wen ich will und was ich will. Laut Fotorecht darf ich sogar Portraits anfertigen, sofern ich diese nicht veröffentliche.
Ihnen ist schon klar, dass wir Fotos von ihrer Kamera löschen dürfen?
Laut aktueller Gesetzgebung ist das wohl nicht ganz legal.
Wir wollen nur verhindern, dass Fotos von Personen veröffentlicht werden.
Wenn dies vorkommen sollte, wären wohl die Gerichte zuständig, oder?
Wenn diese aktiv werden (geniale Aussage der Polizistin). *harhar*

Anschließend zeigte ich ihnen doch noch ein paar Fotos und sie sahen ein, dass sie mit ihrem pseudointelligentem Gelaber nicht weiter kommen. Ich bedankte mich noch für ihre tolle Kooperation und zog von dannen. Auf dem Rückweg rief mir noch einer vom Fraport Sicherheitspersonal “bitteeee keine Foto von mir maaache” hinterher. Lustig das alles. Auf dem Heimweg fuhren dann sieben Polizei-Mannschaftsbusse vor mir her. Da rollen sie also – unsere Steuergelder. Wir zahlen dafür, dass unser Wald vor uns – dem Volke – beschützt wird. Soviel Sicherheit vor uns selbst brauchen wir doch gar nicht.

Bild des Tages
Passt ja irgendwie zum Thema Staatsgewalt ;). Ein Foto vom diesjährigen 3p Supporter Club e.V. BBQ. Ist schon eine (kleine) Weile her, aber immer noch zeigenswert. Alle Fotos von der Glashaus You FM Tour, dem BBQ, dem Making of Chima – Wundervoll plus den Fotos vom Making of Glashaus – Is nur Kino, gibt es im Laufe dieser Woche auf www.3p-supporter.de. Ihr habt lange genug gewartet. Das auf dem Foto ist übrigens Moses Pelham, der Werbung für das tolle falschrum weblog macht ;).

Addendum
*Mario A. Zeitrechnung:
Wenn wir laut aktueller Atomzeit z.B. Dienstag, den 27.09.2005 schreiben, und Mario A. (im weiteren Verlauf “Person” genannt) seinen Eintrag im Tagebuch um 00:40 Uhr verfasst, so kann es sein, dass Person zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schlaf gefunden hat. Dementsprechend gilt folgende Gleichung:

Tag rechnerisch (Dienstag) = Tag gefühlt (Montag)

Gänzlich (un)mathematische Grüsse
Mario

Comments

  1. Morsche !

    Das mit dem Kaffee wirkt bei mir nicht mehr.. Sobald ich nachmittags im Büro zum Aufbau nochmal 1-2 Tassen Kaffee intus habe, werd ich schlagartig noch müder. Komische Welt.

    Interessant, das Herr A. sich über die Waldrodung beschwert, einen Atemzug vorher aber noch über die wundervolle Welt der Flugzeugfotografie schwärmt.

    Egal, ist eben Ansichtssache. ich konnte das Treiben der grün-weissen, respektive silber-blauen Ordnungshüter von einem meiner weiteren Arbeitsplätze in den Metropolen Hessens auch beobachten. Ist er doch nur wenige Meter Luftlinie vom Bannwald und dem Polizei-Stützpunkt entfernt. Sprich CCS 556 A.

    So, jetzt schlafen. übrigens, Havanna-Cola in ausreichender Dosierung hilft beim einschlafen. Mann könnte auch sagen ohne kann ich fast nicht mehr ruhig schlafen ;-)

    Gruß
    foerster

  2. @foerster: Ist halt wie immer. Alle wollen in den Urlaub fliegen, aber keiner will einen Airport in seiner Nähe haben. Ich habe allerdings nicht gesagt dass ich den Airbus A380 fotografieren will. Der sieht nämlich absolut scheußlich aus. Dann doch lieber eine, langsam in die Jahre kommende, Boeing 747.

    Aviatsche Grüsse
    Mario

  3. oh mann ja die da am airportring haben echt mega langweile.

    ich bin alle zwei tage mal dort mal tags mal nachts. ich finde die sollen sich nihct so sicher fühlen. und wenn da publikumsverkehr ist dann fühlen die sich auch nihct sicher. fotos ja ein kumpel hat auch welche gemacht. sicherheitspersonal (überwiegend weiches Brot) direkt stress gemacht. bis wir ihm seine grenzüberschreitung klarmachten. man darf soviel fotografieren wie man will auch gesichter. veröffentlichen darf man die niacht. wenn eine gruppe ob nach vorne oder hinten steht keiner direkt aus dem bild sticht dann darf man die auch veröffentlichen. naja bis ging immer alles gut.

  4. Hallöchen hallöchen!

    Na ja, das mit Flughafenschiss ist ein schwieriges Thema. Mien Papi wohnt ja quasi in der Einflugschneise von “Frankfurt”-Hahn. Und jetzt mit dem Umbau da ist ´s im ehemaligen Luftkurörtchen Morbach auch vorbei mit Idylle. Und wenn man seit 100 Jahren dort wohnt ist das wirklich nicht schön… :o(

    Allerdings sollte man in Frankfurt inzwischen so weit sein, sich mit dem Riesenteil von Flughafen abzufinden. Glaub ich… Ach. irgendwie ist mir das alles viel zu kompliziert und ich möchte da gerade auch nicht weiter drüber nachdenken!

    Da du ja jetzt unter die Buchbesitzer/ und-leser gegangen bist, habe ich eine SUPER Einschlafhilfe: “Mutmaßungen über Jakob” lesen – nach 3 Seiten bist du so überfordert und müde, dass dir der Kopf runterfällt und du fix und fertig ein schläfst! ;o)

    Das mit meiner Galerie geht übrigens klar! :o)

    LG!

    P.S.: Auf dem Foto sieht man mal wieder, dass der Herr P. wirklich so ein Rüpel ist wie alle immer und immer behaupten ;oP
    ;o))

  5. Fotos auf 3p-supporter.de wären doch was feines….:O
    Kann nur sagen das die Fraport den totalen schaden hat – kenne selber min. 4 Bekannte die da arbeiten – was ich von den zu hören bekomme in letzter Zeit ist das letzte.Wundert mich nur das man nix in den Nachrichten drüber hört. Desweiteren geht mir der Ausbau extrem auf dem Sa** und dann für diesen Flieger – Habe 21 Jahre in Walldorf gewohnt(1min von Startbahn-West)……..

    Wie auch immer – beste grüße.

  6. Komisch, ich glaube mein Computer ist kaputt, ich kann die neuen Bilder auf 3p-supporter.de gar nicht ankucken ;)

  7. Hallo,

    ich warte auf einen neuen spektakulären Eintrag.

    Und noch mal so am Rande, es wäre ja sooooo toll wenn du mal wieder Fotos im Rind machen würdest, damit wir diese wieder auf deiner Seite bewundern können.
    (… und gut genug? :-) )

    Liebe Grüße

  8. @Nadine: Wollen wir mal sehen wie das mein Gemüt auf der nächsten 80er Party sieht. ;)

    @Sascha: Erwischt! Aber so schlimm wars dann auch nicht ;).

    @Uwe: Ich versteh’ den von deinem Blog nicht. Mein Sinn ist doch offensichtlich!

    Grüsse aus Motorcity
    Mario

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.