Idiotenroulette

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Grundrauschen
„Never change a winning team“ oder „Never touch a running system“, besagt eine alte IT-Weisheit. So hielt ich es bis vor zwei Wochen auch, hätte da nicht urplötzlich ein Vertriebspartner der rosa Nutten vor meiner Haustür gestanden. Bei unserer Telefonrechnung lohne sich eine Flatrate für die Telekommunikative Kommunikation per Telefonhörer, ließ er mich wissen. Die Flatrate für das weltumspannende Datennetz hatte unser Anschluss ja schon – inklusive dem T-Com Produkt mit dem Namen „DSL 1000“.

Nun gibt es da ein nagelneues Angebot von big Magenta aus Bonn.

Das Angebot
· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate
· Telefonflatrate XXL Fulltime
zu einem Preis von 63,89 EUR – in den ersten 12 Monaten. Danach kostet das Gesamtpaket 73,84 EUR.

Geblendet von dem exorbitanten Geschwindigkeitszuwachs durch den neuen DSL Tarif unterschieben wir den Vertrag unter dem Vorbehalt den Vertriebspartner einen Kopf kürzer zu machen, sollte etwas nicht funktionieren. Er hinterließ unsere Durchschrift des Vertrages, seinen Namen und seine Mobiltelefonnummer. Da er nach eigener Auskunft bei der Telekom beschäftigt ist, weiß er was dort abgeht. Dass die beiden linken Hände nicht wissen, dass sie an einem Torso angewachsen sind, geschweige denn dass dieser Torso auch noch zwei Beine hat, die ihn durch die Gegend manövrieren könnten.

Natürlich kam es wie es kommen musste. Zwei Tage nach Vertragsabschluss landete die Auftragsbestätigung von T-Online, die jetzt T-Com heißt, weil sie fusioniert haben, im Briefkasten.

Die Telekom, T-Online oder auch T-Com interpretierte unseren Auftrag folgendermaßen:
· T-DSL 2000
· T-DSL Flatrate

In einem gesonderten Schreiben, welches uns von der Telekom, T-Online oder auch T-Com erreichte, bestätigte uns diese den Tarif:
· Telefonflatrate XXL Fulltime

Immerhin hatte also wenigstens das mit dem Telefon geklappt. Meine Odyssee begann mit einigen Anrufen bei der Telekom Hotline, führte später zur T-Online (oder auch T-Com bzw. Telekom) Hotline bis die Verwirrung komplett war. Von 10 Gesprächspartnern mit Dialekten zwischen Ostdeutschland und Baden-Württemberg erwies sich jedoch leider nur ein Einziger als fachlich kompetent genug um in diesem Chaos ein wenig den überblick zu behalten. Kurz zuvor bestätigte mir eine sichtlich verwirrte Hotlinemitarbeiterin bei der Telekom (oder auch T-Com, selten T-Online) eine Stornierung des Auftrages über T-DSL 2000 + T-DSL Flatrate. Einen neuen Auftrag über die Schaltung von T-DSL 6000 + T-DSL Flatrate könne sie jedoch nicht annehmen, da die Kündigung zuerst durchlaufen müsse. Und da dies T-Online machen müsse (ich denke die haben fusioniert?) kann das einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. über meinem Kopf hing ein großes Leuchtschild mit einem, in grellem Neonlicht blinkenden Schriftzug „demnächst offline“. Ich schilderte der ohnehin schon überforderten Mitarbeiterin völlig taktlos meine Befürchtung was passiere wenn die Kündigung endlich bearbeitet wurde. Nämlich dass man nicht nur DSL 2000 kündige, sondern den kompletten Anschluss, da die Telekom (oder auch T-Com, ferner T-Online) das Wort „Stornierung“ wohl erst noch in den Fremdwörterbüchern nachschlagen müsse. Sie bestätigte mir, dass meine Vermutung wohl stimme, könne mir aber nicht helfen. Des Weiteren könne sie den von mir gewünschten Tarif überhaupt nicht in Auftrag geben, da dies kein Angebot von T-Online (oder auch Telekom oder T-Com) sei, sondern direkt von der Telekom (oder auch T-Com oder T-Online) Festnetzsparte (aha) komme. Rufen sie deren Bestellhotline an (ah also doch zwei verschiedene Boote).

Die Rede war von diesem Angebot*
· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate
· Telefonflatrate XXL Fulltime

*siehe auch hier

Also tat ich was die gute, vollends verwirrte Dame sagte. Ich schilderte nun noch einmal die ganze Misere an der Telekom (oder auch T-Com weniger T-Online) Hotline. Dort fand man den Auftrag über die

· Telefonflatrate XXL Fulltime

im Computer. Nicht mehr und nicht weniger. Die Onlinesachen macht die T-Online Hotline, dazu müsse ich dort anrufen, selbst wenn das eigentliche Aktionsangebot von der T-Com (oder auch Telekom) stamme. Von der Stornierung war keine Spur im System, da dies – welch überraschung – T-Online (oder auch Telekom oder T-Com) mache.

T-Online (pardon – Telekom oder auch T-Com Hotline) angerufen. Das Gesamtpaket bestehend aus:

· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate
· Telefonflatrate XXL Fulltime

kann auch bei der T-Online (ferner T-Com oder Telekom), als auch an der Telekom (auch T-Com oder manchmal T-Online) Hotline gebucht werden. Nun hatte ich den ersten potenten – pardon – kompetenten Gesprächspartner in dialektfreiem Deutsch an der Leitung. Er konnte natürlich auch kein

· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate

buchen, da die Stornierung des Auftrages (welche er auf seinem Schirm sah) noch nicht abgeschlossen war. Er empfahl mir die

· Telefonflatrate XXL Fulltime
jedoch nicht zu kündigen, da dies weitere Probleme in der Abstimmung zwischen T-Online (jetzt Telekom) und der T-Com (auch Telekom genannt) führen könne. Er nahm also nicht unsere Hauptrufnummer über welche die Stornierung des Auftrages lief, sondern legte unter meiner eigenen Festnetznummer einen neuen Auftrag über folgende Produkte an:

· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate

Ich war zuversichtlich dass wir auf einem guten Weg sind.
Vergangenen Freitag kam dann die Hardware inklusive Zugangsdaten für T-Online (jetzt T-Com oder Telekom) und ich freute mich wie ein Schneekönig, dass der Anschluss am 27.07.2006 auf DSL 6000 umgeschaltet wird. Am heutigen Dienstag erreichte mich das selbe Paket noch einmal – inklusive Zugangsdaten für T-Online.

Also wieder ans Telefon gehängt und auf kompetente Gesprächspartner gehofft. Bei T-Online stand im System, dass T-DSL 2000 bei mir inklusive T-DSL Flatrate bereits geschaltet wurde. Das scheint zu stimmen, habe ich seit heute morgen einen höheren Downstream. Von einer Auftragsstornierung ist jedoch keine Spur. Nach dem herunterleiern der Gesamten Geschichte, fand die Dame einen Eintrag im Computer, wonach ich am dem 27.06.2006 auf T-DSL 6000 + T-DSL Flatrate umgestellt werde.

Nun darf ich das eine Paket mit der neuen DSL-Hardware an den T-Versand in Euskirchen retournieren und ein Kündigungsfax für DSL 2000 + T-DSL Flatrate schicken. Natürlich mit unmissverständlichen, doppelt und dreifachen Anweisungen, dass ich mittlerweile zwei T-Online Nummern mein Eigen nenne und nur eine Flatrate und nur der T-DSL 2000 Anschluss gekündigt werden. Am Ende sollte ich also haben, was ich schon von Anfang an wollte, nämlich:

· T-DSL 6000
· T-DSL Flatrate
· Telefonflatrate XXL Fulltime

Der Vertriebspartner von der Telekom (wahlweise auch T-Com oder T-Online) war übrigens schon zwei Tage nach Vertragsabschluss nicht mehr erreichbar. Sein T-Mobile Handy ist ausgeschaltet. Er wird wissen warum.

Bild des Tages
Mein neuer Computer, noch originalverpackt. Die Geschichte der Bestellodyssee bei Dell gibt es in Kürze.

Grüße aus Motorcity
Mario

Comments

  1. DSL2000 oder DSL6000 ist doch egal – hauptsache man empfängt das Erste und das Zweite – HR wär auch nicht schlecht!

    Thema Dell: Geniale Preis, Gute PCs – aber Softwaremäßig na ja. Da Dell Komponenten verbastelt, welche nicht mit Windows funktionieren, hat Dell einfach mal Windows umgecodet. Keine Schlechte Idee ansich, aber verliert man die Restore-CD (nur auf Anfrage) oder will man ein selbstgekauftes MS Betriebssytem installieren – Pech gehabt.
    Trotzdem viel Spaß mit deinem neuem Rechner!

  2. Erstmal schön, dass es hier was Neues gibt! Und wenn die ganze Geschichte nicht echt eigentlich traurig wäre, so würde ich jetzt richtig lachen.
    Ich kenne Das! ;o)

    saschaF – willkommen im Zeitalter der Kommunikation

  3. …tja mein jung, wir hatten nicht umsonst damals bei “wie bitte?!” eine eigene abteilung PLUS sparte in der sendung, wo es nur um die alltäglichen kleinen und großen probleme mit der netten firma aus bonn ging. :o)

    gibt es eigentlich in diesem land EINEN menschen, der noch nicht gerne mal vor die konzern-zentrale gebrochen hätte?

  4. Seit Januar bei Arcor, das Angebot dass Du beschrieben hast (6000er DSL, Internet flat, Telefon flat Inland) für 44,xx Euros im Monat bei 1 Jahr Vertragsbindung (wohlgemerkt gab es das Angebot bereits im Januar :-)).

    1 Jahr ist im Januar rum, aber alles läuft super – nie mehr zur Telekom!

    (ja, habe auch gehört bei Arcor ginge manchmal einiges schief – bei mir aber ned UND die “letzte Meile” darf per Gesetz nur von der Telekom bearbeitet werden, ergo: selbst wenn es bei Arcor klemmt, kann immer noch die Telekom schuld sein)

    Und nein, ich kriege keine Geld für diesen Beitrag, ich hab jetzt einfach einen super Telefon-/Datenprovider.

  5. Hm…

    ich verstehe nicht, wie Leute immer noch diesen Dell Schrott bestellen können. Vorallem wenn man im Designbereich tätig ist hilft nur eins.

    Der Windows Welt den Rücken kehren und sich einen guten Apfel kaufen. Und falls benötig gibt es ja immer noch Boot Camp oder Parallels.

    Also Dell Kiste wieder einpacken und einen schönen iMac bestellen.

    Gruß

    Ryo

  6. meine meinung zu dell/windows/mac:

    nen imac für “designbereich”? gott im himmel. ich kauf mir nie nen apple, genauso wie ich nie quark als satzprogramm nehme. beides lebt nurnoch von verblastem ruhm aus längst vergangenen tagen. ich arbeite übrigens am quad g5 mit cinema hd display und habe auch quark7. alles nur heiße luft…

  7. Naja ist halt die Frage, was man machen möchte. Da der kollege hier kein Highend Design Studio ist, kann er auch einen iMac kaufen.Ich glaube nicht, das der Dell bessere Specs hat.

    Das Q7 verbugged ist bis zum Ende ist bekannt. Die Cinema Displays sind wohl die besten Monitore die man sich momentan für Geld kaufen kann.Also es gibt eigentlich nicht viel, das für einen Windows PC spricht, ausser Viren,ständigen Updates, Abstürze….

  8. das display ist wirklich gut, da hast du recht. trotzdem bleibe ich dabei: pc mit der gleichn performance kost ´ die hälfte. nen apple-aufkleber kann man sich immernoch bei ebay kaufen ;)

  9. hm .. das einzige was ich mich frage, was um alles in der welt hat dich bewogen nach dieser aktion noch bei der t-com/telekom/t-online zu bleiben??
    meiner meinung nach ist alles was mit “T-” anfängt von vorn bis hinten sch****e!!

  10. @Marcel: Was mich dazu bewogen hat kann ich dir ziemlich einfach erklären:

    T-Com:
    Wenn es Probleme gibt, deren Ursache nicht in meinem Hausnetz ist rufe ich die T-Com an. Die kümmert sich dann mehr oder weniger gut darum .

    Anderer Anbieter (z.B.) Arcor:
    Wenn es Probleme gibt, deren Ursache nicht in meinem Hausnetz ist rufe ich Arcor an. Da Arcor selbst gar keine Vermittlungstechnik hat (Stichwort “letzte Meile”), ruft Arcor bei der T-Com an. Wo wir schon bei zwei augenscheinlichen Saftläden angekommen wären. Da werden die Probleme nicht nur intern, sondern auch noch von Unternehmen zu Unternehmen hin- und hergeschoben.

    Deswegen bleibe ich bei den rosa Nutten.
    Seit Montag geht DSL6000 übrigens endlich. Hat ja auch lange genug gedauert.

    Grüße aus Motorcity
    Mario

  11. Falsch! ARCOR hat eigene Vermittlungstechnik, mietet von der T-Com lediglich die “letzte Meile” an und bkommt so Zugang zum passiven Kupferkabelnetz von Verm.Stelle biszum Endkunden. In jeder T-Com-Vermittlungsstelle befinden sich so.g. “Kollokationsräume”. Dort steht die Technik der Wettberwerber von T-Com und wird über den Hauptverteiler (HVT) der T-Com auf die jeweilige Kundenleitung geschaltet.
    Vermittlungstechnik darf man nicht mit “Kabelnetz” verwechseln

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