Tomato Joe

Shell Tanklager Keramag

Rotstift
Auch wenn es außerhalb von Flugzeugen nur wenige Leute bestellen: Tomatensaft hat eine Daseinsberechtigung. Auf dem Boden wie in der Luft.

Jeder gute Gastronomiebetrieb hat immer ein paar Flaschen parat.
So auch unser Kulturcafé und Motorcitydanceclub „Das Rind“.

Bis vor gut 3 Jahren gab es im Rind noch Thunfisch-Sandwichs. Wenn ich Appetit oder gar Hunger hatte, aß ich gerne einen dieser schmackhaften Magenschmeichler. Mindestens zweimal im Monat. Teilweise kam ich sogar nur zum Essen dieser Speise ins Rind. Ab und an hatte ich auch mal Lust auf ein Knoblauchbaguette, was je nach Küchenpersonal allerdings geschmacklich stark variierte. So war die Geschmacksrichtung „sanftes Aioli“ ebenso vertreten wie die Geschmacksrichtung „Hölle“ – zu scharf wegen zuviel Knoblauch.

Dann wurde die Speisekarte gestrafft und meine Lieblingsgerichte verschwanden.

Ich wich kurzerhand auf das überbackene Baguette mit Salami und Käse aus, was aber mehr ein fauler Kompromiss, als eine wahre Alternative war.

Mit dem Tomatensaft ist nun auch Schluss. Laut Bedienung wurde er komplett aus dem Getränkeangebot genommen.
Wenn man alles, was eine gute Gastronomie ausmacht, eliminiert – was bleibt dann noch übrig?

Ich bin nun auf Ginger Ale ausgewichen und warte gespannt, wann demnächst nur noch Clausthaler statt Becks vor mir steht.
Glücklicherweise sind die natürlichen Tomatensaftressourcen in unserer Stadt noch nicht gänzlich versiegt – es besteht also noch Hoffnung.

Bild des Tages
Aus meinem Archiv. Eigentlich bin ich ja total dagegen Industrieanlagen oder Landschaften zu fotografieren. In diesem Fall musste ich aber einfach anhalten und ein Foto machen. Das Foto ist aus dem Monat März und zeigt das Shell Tanklager im Flörsheimer Stadtteil Keramag.

Aus Motorcity
Mario

Comments

  1. Im Rind hat leider alles nachgelassen, man hört von Streit unter den Machern und führenden Angestellten (Führung gibt es im Rind ja eh nicht) und noch anderen, schwierigeren Problemen und es gibt keine Typen mehr unter den Bedienungen. Im Rind stimmt im Moment leider nur wenig, ein Symptom von vielen hast Du aufgezählt. Der Rotstift ist nicht die richtige Richtung, das muss besser werden mit unserem “Wohnzimmer”.

  2. Hey,

    ich finde den neuen Kelner mit dem super süßen Südländischen Touch (Ich spreche bewusst den Frauen aus der Seele) richtig sympathisch. Er chillt sich auch mal kurz zu einem um zu reden und ist definitiv lustig und hat immer ein Lächeln im Gesicht. Solche Menschen braucht die Deutsche Gastronomie! Mehr wärme und das Gefühl von “hier bist du willkommen”.

    Da ich selbst kein Tomatensaft trinke und auch ungern Knoblauch esse, wenn ich draußen bin (wenn ich koche dann immer mit Knoblauch), kann ich mich nicht in dich rein versetzen, aber ich weiß ja, wie du dich aufregen kannst deswegen :)

    Man sollte sowas offen ansprechen, im endeffekt sind wir eine Große Familie in einer kleinen Stadt, also lasst uns Farben rein bringen und hoffen, dass das Rind noch leuchtend bunte Zeiten vor sich hat.

    Stop den EMOS!

    Liebe Grüße

    Ti… arrrttsch!

  3. @Atesious Clay: Der Kerl von dem du redest ist sehr nett und zuvorkommend. Leider bringt das auch nix, wenn man zehn Minuten draussen auf den Stühlen sitzt und darauf wartet endlich sein Bier bestellen zu können. Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt zu dem im gesamten Rind 4 Tische belegt sind.

    Abgesehen davon ist das mittlerweile bei fast jeder Bedienung so. Dann doch lieber Selbstbedienung als gar keine oder eine sehr langsame.

    Grüße
    Mario

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.