Fadenscheinig

Trauer

Aufgabenstellung
Klamottenkauf ist immer so eine Sache. Erst im Dezember verbrachte ich geschlagene drei Stunden in der Boutique einer großen deutschen Warenhauskette. Das schaffen sonst nur Frauen. Ich fühlte mich nach diesem Exzess – ganz im Gegensatz zum weiblichen Geschlecht, das nach drei Stunden shoppen langsam warm wird – erschlagen und erschöpft zugleich. Am Ende ging es ohne Nachschub für den häuslichen Kleiderschrank gen Heimat.

Problemanalyse
Es gibt nicht zu wenig Kleidung, es gibt nur zu wenig Variation in der Auswahl! Vor zwei Jahren fand man die abgefahrensten Hosenmodelle in den Regalen des Einzelhandels. Alles andere als Normjeans. Eine Tasche auf dem Hosenbein und eine mittige auf der Rückseite. Dazu eine weitere am Ende des Hosenbeins. Das waren Hosen!

Heute ist das anders. Alles sieht gleich aus. Jeans haben vorne und hinten jeweils zwei Taschen und sind blau. Fertig. Bei meiner damals so einfallsreichen Lieblingsmarke sieht das nicht anders aus.

Restaurationsmanufaktur
Wenn man seine Lieblingshose mindestens zweimal in der Woche tragen will, sind drei Jahre eine lange Zeit. Die Hose bekommt Löcher und wird von eigens eingestelltem, fachkundigem Personal genäht und geflickt (Danke an dieser Stelle an Frau Bolenzio!). Aber es bringt nichts. Wie bei einem alten Auto geht auch hier dauernd etwas kaputt. Ständig reißen neue Nahtstellen auf und der Stoff aus dem die Träume sind wird immer dünner. Es wird erneut genäht und geflickt was das Zeug hält.

Es hält nicht mehr, denn: Wo kein Stoff mehr ist kann auch nicht geflickt werden, es sei denn man besorgt sich Aufnäher, die die Hosenreste temporär zusammenzuhalten. Oder man näht eine neue Hose in die alte hinein, aber wir wollen es ja nicht übertreiben, denn dann könnte man gleich einen Jeansrestaurationsbetrieb (Manufaktur klingt edler!) aufmachen. Spätestens wenn man mehr Unterbuxe als Hose sieht, sollte jedoch klar sein, dass sie nicht aus Löchern bestehen kann. Schlimmer als ein Schweizer Käse oder gar das Rentenloch („Die Renten sind sicher!“) Da man sich so aber nicht mehr auf der Straße zeigen kann, zieht man die altehrwürdige Lieblingsjeans nicht mehr an und sucht sich eine suboptimale übergangslösung, die dem bisher dagewesenen jedoch nicht annährend das Wasser reichen kann.

Vielleicht baue ich für das damals so schicke Stück einen Schrein oder nagele sie an die Wand :).

Bild des Tages
Meine „Seafarer Low Loose“ aus dem Hause G-Star. Geile Hose, leider kaputt.

Aus Motorcity
Mario

Comments

  1. Aha, noch einer der immer deprimiert und mit leeren Händen die Einzelhandelsfilialen verlässt.. und das bei nahezu Modelmaßen.

    Und ich dachte schon ich hätte ein Problem…

  2. HALLOOO?!? Ich bin weiblichen Geschlechts und nach dem besagten Shopping- Marathon ging es mir mindestens genauso wie dir! Von wegen “nach drei Stunden shoppen langsam warm werden” – wie kommst du darauf?! Immer diese Stereotype ;D

  3. ach kommen sie frau bolenzio. für sie war das doch nur anstrengend, weil ein mann dabei war und man(n) sich in den falschen regionen des kaufhauses bewegt hat ;)

  4. du und deine kack g-star! wie lang willste dem lappen denn noch hinterherheulen? ;-) will schon was heißen, wenn mir das meinen ersten kommentar hier wert is…

  5. @Max P.: So lange bis die Marke dem Druck nicht mehr standhält und das Modell in einer Sonderedition nur für mich neu auflegt ;). Unglaublich, dass man mitten im Ersten Staatsexamen noch Zeit hat um hier Schundkommentare abzulassen. Schämen sie sich!

    Trotzdem viel Erfolg!

  6. Stimmt ja überhaupt nicht Gises! 30 Meter weiter befand sich die Damenbekleidung, für die ich aber keine Nerven hatte. Rate mal warum! :P

    Genau! Geile Hose! Wir flicken die schon wieder *hi*

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